Unter dem Titel: „Was bewegt die Logistik? Neues aus: IT-Security, Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung von Prozessen und Personalmanagement und –entwicklung“ fand am 26. September 2019 das Logistikforum Mönchengladbach statt.

Geprägt von den Leitthemen Digitalisierung und Personalmanagement wurden anlässlich des 15. Logistikforums Mönchengladbach die aktuellen Herausforderungen der Logistik in packenden Vorträgen thematisiert. Die Gladbacher Logistikinitiative LOG4MG hat in Kooperation mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zum 15. Mal einen Branchentreff zum Austausch und zur Diskussion organisiert. Neben den Vorträgen war auch die Begleitausstellung wieder ein Highlight des Tages.

Zu den Vortragsthemen:

IT-Sicherheit

Digitalisierung ist das Stichwort dieser Zeit – auch für die Logistikbranche ergeben sich hinsichtlich dessen immer mehr Möglichkeiten, doch einhergehend sind die damit zunehmenden Gefahren. Diese Entwicklung stellt die IT-Security vor neue Herausforderungen. Auch Jens Meier, CEO der Hamburger Häfen, hat die Bedeutung dieses Risikos früh für sich erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Das ca. 7.000 Hektar große Areal umfasst zählreiche Schnittstellen zu Partner-Unternehmen und ist damit ein attraktives Angriffsziel für Cyber-Attacken. Ob wirtschaftliche Spionage oder Cyberterrorismus – die Hamburger Häfen müssen vor allen Hacker-Typen geschützt werden.
Neben möglichen Schritten zur Verbesserung der Cyber-Security hat Jens Meier ebenfalls einen kurzen Ausblick des Hamburger Hafens präsentiert. Auch hier kommt die Digitalisierung nicht zu kurz – 5G und autonomes Fahren werden eine große Rolle spielen.

Cyber-Risiko Resilienz

Auch Tom Koehler von connecting trust hat sich dem Thema Cyber-Security gewidmet. Die immer stärkere Vernetzung der Welt hängt eng mit der ansteigenden Zahl an Mobilfunk-Nutzern zusammen. Eine steigende Weltbevölkerung führt zu einer wachsenden Anzahl an Handy-Nutzern und verstärkt die Risiken der Cyberkriminalität. Dafür müssen Unternehmen einer Resilienz zum Schutz vor Cyberkriminalität entwickeln, um gegen Cyber-Angriffe geschützt zu sein und diese abwehren zu können. Diese Gefahren dürfen laut Koehler nicht unterschätzt werden – weder von Privatnutzern noch von Unternehmen. Mit den Worten „Im Hafen ist ein Schiff sicher, aber dafür ist es nicht gebaut.“ beendete er seinen zum Nachdenken anregenden Vortrag.

Prof. Dr. Treibert und Kai Sluiters, Kompetenzzentrum für Informationssicherheit der Hochschule Niederrhein Clavis, haben in den Bereichen Infrastruktur der Logistik und innovative Start-Ups einen Doppelvortrag gehalten. Während Prof. Dr. Treibert auf die Rechtslage von IT-Sicherheit und die Begründung zur dazugehörigen ISO Norm eingegangen ist, hat Herr Sluiters die innovative Vielfältigkeit von Start-Ups der Logistikbranche dargestellt. Die neue Norm bedeutet jedoch nicht nur neue Arbeit – Sie bietet Unternehmen auch die Chance Ihre Prozesse zu durchleuchten und sich zukunftsfest aufzustellen.

In der mittaglichen Podiumsdiskussion schätzen Christopher Dreßen – Berater für Fachkräftesicherung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach sowie Hr. Pedde von Fahrschulen Ismar den Fachkräftemarkt in Mönchengladbach ein. Sie zeigen neue Wege zu Fachkräften über die Qualifizierung bereits bestehender Mitarbeiter. Und dafür gibt es attraktive Fördermöglichkeiten!

Aktuelles aus dem Personalmanagement

Lydia Brüssow von der TIMOCOM GmbH spricht zum Schwerpunkt Personalmanagement. That eine Strategie entgegen dem Fachkräftemangel entwickelt. Sie haben erkannt, dass nicht mehr der Bewerber zum Unternehmen kommt, sondern Unternehmen aktiv auf die Suche nach neuen Angestellten gehen müssen. Aber nicht nur das Recruiting steht dabei im Mittelpunkt, genauso wichtig ist die Bindung von Mitarbeitern am eigenen Unternehmen. Hierfür hat Timocom eine Employer Brand gebildet. Mit der Employer Brand „Tiversity“ – TIMOCOM  ist Vielfalt – hat das Unternehmen ein Umfeld mit einer offenen und vielseitigen Arbeitsweise für Mitarbeiter entwickelt.

Auch Stefan Wimmer, Berater für HR & Change Management und Rechtsanwalt, ist auf den Fach- und Führungskräftemangel eingegangen und hat die aktuellen Herausforderungen und Chancen präsentiert. Als mögliche Lösungsansätze nannte Stefan Wimmer u.a. eine erweiterte Akquise, z.B. im Ausland oder für Ausbildungen in Schulen, eine bessere Fahrer-Vergütung und die Entwicklung von neuen Arbeitszeitmodellen.

 

Ein Highlight am Schluss der Veranstaltung war der Vortrag vom Amazon-Standortleiter Ernst Schäffler. Das europäische Logistiknetzwerk von Amazon umfasst derzeit über 40 Logistikzentren. Allein in NRW gibt es heute 11 Amazon Standorte, bestehend aus Logistik-, Sortier-, Verteil- und Entwicklungszentren. Erst am 12.August 2019 wurde das neue Logistikzentrum in Mönchengladbach mit rund 55.000 m² pro Etage in Betrieb genommen. Die Besonderheiten des Standorts Mönchengladbach begründete Ernst Schäffler mit dem Einsatz von Transportrobotern und der hochmodernen Technik. Bereits seit dem ersten Tag waren in dem Logistikzentrum 500 Mitarbeiter angestellt, heute zählt Amazon in Mönchengladbach bereits 1000 Vollzeitbeschäftigte. Die Tendenz ist hier weiter steigend.

 

Neben der Vortragsreihe der Veranstaltung wurde, wie in jedem Jahr, schwerpunktmäßig durch die Mitglieder der LOG4MG eine Begleitausstellung zum Netzwerken organisiert. Auch die Hochschule Niederrhein hatte mit insgesamt vier Ständen einen starken Auftritt. An der Hochschule Niederrhein wurde die Bedeutung der Logistik in vielerlei Hinsicht verstanden und forscht u.a. in den Bereichen IT-Sicherheit, Textillogistik, Lebensmittellogistik und Geschäftsprozessmanagement.