Wie die Digitalisierung die Logistik verändert – Logistikforum mit Teilnehmerrekord

Mönchengladbach wird bundesweit immer stärker als „Hot Spot“ der Logistik wahrgenommen. Das von der Gladbacher Logistikinitiative LOG4MG in Kooperation mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) ausgerichtete Logistikforum im Borussia Park hat sich als Branchentreffpunkt schon lange etabliert, aber bei der 13. Auflage gab es einen Zulauf wie nie. Knapp 300 Teilnehmer trafen sich in der Vitusstadt, um mehr zum Thema „Zukunft der Logistik – unsere Logistik 2025“ zu erfahren.

 

Über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung referierte Prof. Dr. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Digitalisierung ist für den Experten der Ausgangspunkt für neue Services. Die Transportlogistik der Zukunft wird noch schneller und individueller sein. Das erfordert eine bessere Bündelung der Kapazitäten sowie ein effizientes Routing. Die größten Veränderungen wird es laut Clausen in der Mobilität geben: „Die Zukunft gehört den automatisiert fahrenden Fahrzeugen.“

 

Die Notwendigkeit zur digitalen Transformation betonte Sabine Hansen von der Setlog GmbH in ihrem Vortrag. Mit einer Prozessanalyse und einem Benchmarking können Unternehmen ihre Prozesse verbessern und entsprechende IT-Lösungen finden. Prof. Dr. Andreas Stockert ging noch stärker ins Detail und stellte die wirtschaftlichen Effekte digitaler Supply Chains vor. „Wir kratzen in Deutschland nur an der Oberfläche“, so der Experte und forderte die Teilnehmer indirekt auf, sich stärker auf Digitalisierung zu fokussieren. „Durch gezielte und professionelle Ausschöpfung von Potenzialen entlang der Supply Chain lassen sich Umsatz und Profitabilität der Unternehmen spürbar und nachhaltig verbessern.“ Die Digitalisierung ermögliche die Aufdeckung von Bestandslücken in den Vertriebskanälen, die Reduzierung von Schwund, Diebstahl und Fälschungen im Warenbestand sowie eine bessere Customer Experience. Digitale „Orts- und Zeitstempel“ erzeugen eine individuelle Daten-Historie für jedes Transportgut. Diese Daten können für „track and trace“-Anwendungen gezielt genutzt werden.

Für die Mittagspause testete die LOG4MG ein neues Format: Schnelle Fragerunden im Stehen kümmerten sich um die Zukunft der Logistik für Spediteure und stellten mit Frederic Krehl das Wearables-Projekt des Instituts FAST der HSNR vor.

Patrick Dörr konnte dabei für Nellen & Quack überzeugend darlegen, dass mittelständische Spediteure Wettbewerbsvorteile und Qualitäten haben, die Sie in einem immer stärkeren Wettbewerb bestehen lassen. Die Kernkompetenz Supply Chain, direkte Ansprechpartner und ein aktives Netzwerk sind wesentliche Faktoren. Dennoch gilt wohl: Wer sich nicht bewegt, wird in 10 Jahren nicht mehr am Markt zu finden sein. Zum Glück wurde klar, dass das Mönchengladbacher Traditionsunternehmen dies erkannt hat.

 

 

 

 

Zum Start des Nachmittags stellte Jan Sönnichsen von der Workaround GmbH Wearables für die Logistik vor. Wie mobile Roboter und künstliche Intelligenz das Lager erobern, zeigte Benjamin Sommer von der magazino GmbH. Geschätzt werden die Vorträge beim Logistikforum stets für ihre Nähe zur Praxis: Alexander von Saurma von HAVI Logistics führte das moderne Supply Chain Management am best practice-Beispiel McDonalds vor. Mats Lindell von der Toyota Material Handling Deutschland GmbH, zum ersten Mal auf dem Logistikforum vertreten, stellte das Kommissionieren im Distributionslager per Autopilot vor.

 

 

 

Nicht nur die Anzahl der Teilnehmer hat weiter zugenommen, sondern auch die Anzahl der Aussteller. Unternehmen wie Toyota Material Handling, Magazino oder ProGlove nutzten erstmals die Möglichkeit, mit einem eigenen Stand bei einer Begleitausstellung auf sich aufmerksam zu machen. Zusätzlich waren zahlreiche Vertreter der LOG4MG anwesend. Bereits zum wiederholten Male dabei waren die Fahrschule Ismar, Vetten Lagerlogistik, Pflipsen, Nellen & Quack und Vanderlande. Eins der Highlights war sicherlich der Gabelstapler-Simulator der Fahrschulen Kappertz, mit dem die Ausbildung von Fahrern ebenfalls in die digitale Welt vorstößt.

Abschließend gab es wie in den letzten Jahren auch die Möglichkeit, an einer Stadionführung teilzunehmen. Dass sich dieses Angebot weiter einer großen Beliebtheit erfreut, zeigt, dass auch in diesem Jahr wieder einige Branchenvertreter erstmals im Borussia Park mit dabei waren.

Bildmaterial ist auf Anfrage bei Daniel Dieker unter dieker@wfmg.de verfügbar. Teilnehmer erhalten kurzfristig einen Downloadlink für Bildmaterial sowie die freigegebenen Vorträge. Für Rückfragen wenden Sie sich ebenfalls gerne an dieker@wfmg.de oder 02161/ 823 79 – 73.